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Wie viel Nervosität ist im Wettkampf notwendig?

Wie viel Nervosität ist im Wettkampf notwendig?

Ist es gut, wenn ich gar nicht nervös bin und vollkommen gelassen in den Wettkampf gehe?
Ganz so stimmt das nun auch nicht…

Für die Veranschaulichung und Erklärung dieser Problematik möchte ich gerne 2 Theorien bzw. Modelle verwenden:

1.) Zusammenhang zwischen Wettkampfangst und Leistung

Abbildung 1: Katastrophentheorie des Angst-Leistungszusammenhangs von Hardy (Quelle: Brand, 2010, S. 34)

Unter der Voraussetzung niedriger kognitiver Angst (linke Grafik) wird bei diesem Modell ein umgekehrt U-förmiger Zusammenhang zwischen Aktivierung und Leistung angenommen. Aktivierung bezeichnet dabei einen individuellen Zustand, der zwischen Koma oder Schlaf und blankem innerem Aufruhr variieren kann. Durch niedrige kognitive Angst kann die individuell optimale Leistung nicht erreicht werden.

Bei höherer kognitiver Angst (rechte Grafik) führt eine mittlere Aktivierung zu optimaler Leistung. Bei weiter ansteigender Angst besteht das Risiko, dass die Leistung nicht wie im Zustand niedriger kognitiver Angst graduell wieder abnimmt, sondern dass die Leistung völlig zusammenbricht und eine Leistungskatastrophe einbricht. Dabei ist es dann nicht möglich, die eigene Aktivierung zurückzufahren und dadurch die Leistungsfähigkeit zurückzugewinnen.

Wettkampfangst würde dazu führen, dass der Tennisspieler in einem schlechteren Leistungsbereich agiert. Durch diesen Umstand könnte er eventuell einen wichtigen Punkt verlieren, oder sogar den entscheidenden Matchball nicht verwandeln.

 

2.) IZOF-Modell von Hanin (2000):

Ein Modell, das noch stärker auf die individuellen Bedürfnisse des Sportlers eingeht, ist das sogenannte IZOF-Modell (Individual Zones of Optimal Functioning). Das IZOF-Modell hat das Bestreben, den optimalen Vorstartzustand zu ermitteln und später zu beeinflussen. Dieses Modell beschränkt sich nicht nur auf negative Emotionen wie z.B. Angst oder Aggression, sondern befasst sich mit einem wesentlich breiteren Emotionsspektrum. Es können sowohl negative als auch positive Emotionen entweder funktional oder dysfunktional für die Leistungsfähigkeit sein. Bei diesem Modell wird davon ausgegangen, dass sich die Zonen optimalen Funktionierens von Sportler zu Sportler unterscheiden.

In Abbildung 2 wird veranschaulicht, dass jeder Sportler individuelle „Wohlfühlbereiche“ hat, in denen er seine optimale Leistung bringen kann. In dieser Grafik braucht Sportler 1 ein niedriges Erregungsniveau, Sportler 2 ein mittleres und Sportler 3 ein hohes Erregungsniveau für eine optimale Leistung.

Abbildung 2: Optimales Erregungsniveau für max. Leistung (vgl. Fischer & Nüssli, 2016)

 

Zusammenfassend kann folgendes festgestellt werden:

Wenn es dem Sportler nicht gelingt, seine Wettkampfangst zu reduzieren, wird er viele Situationen im Wettkampf negativ bestreiten. Durch diese Misserfolge leidet unter anderem seine Selbstwirksamkeit und dadurch auch die Leistung in den darauffolgenden Wettkämpfen bzw. Wettkampfsituationen. Diese schlechteren Leistungen erhöhen wiederum die Wettkampfangst. Daraus wird ersichtlich, wie wichtig es für Sportler im Kontext von Leistung und Erfolg ist, mentale Strategien und Lösungen für die oben beschriebene Problematik zu finden.

Ich helfe dir gerne dabei, deinen persönlich optimalen Vorstartzustand zu ermitteln bzw. Wettkampfangst zu reduzieren, sodass du deine bestmögliche Leitung abrufen kannst.

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Quellen:

  • Brand, R. (2010). Sportpsychologie. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften / GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden.
  • Fischer, S., & Nüssli, S. (2016). Was braucht es, damit Sportler ihre optimale Leistung abrufen können? Retrieved 12. Juli 2016 from https://www.fitforlife.ch/artikel/tag-x-das-erregungsniveau-muss-stimmen/
  • Hanin, Y. (2000). Emotions in sport. Champaign, Illinois: Human Kinetics.
  • Reindl, A. (2016), Auswirkung der mentalen Intervention Inner-Game-Technik auf die Versagensangst von Tennisspielern vor Wettkämpfen

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